Vom Baum ins Glas

Die Reise unserer Edelbrände

Ein guter Edelbrand beginnt lange bevor er im Glas ruht – er beginnt an der Blüte, lebt im Sommerlicht und findet den richtigen Moment an der Frucht am Baum. Bei Taunus Brand kennen wir diesen Weg in jedem seiner Schritte, weil wir ihn selbst gehen. Mit Bioland-zertifiziertem Obst, mit Freude an der Natur und mit genauem Blick für das, was reif sein will.

 

Es kommt auf den richtigen Moment an

Ob Birne, Apfel, Kirsche oder Quitte – jede Frucht hat ihren eigenen Charakter. Und ihren eigenen Zeitpunkt, an dem sie bereit ist, gebrannt zu werden. Dieser Moment steht in keinem Kalender. Man erkennt ihn nicht an einem Datum, sondern an der Frucht selbst. 

Eine Birne zum Beispiel verrät ihre Reife nicht sofort. Sie fühlt sich noch fest an, fast zurückhaltend. Doch wenn man sie leicht an der Schulter drückt, gibt sie minimal nach. Noch wichtiger ist ihr Duft: nicht laut, nicht süß, sondern klar und birnentypisch. Genau dann ist sie interessant für den Brand. Am liebsten ruht sie nach der Ernte noch einige Tage bis zur Verarbeitung.

Kirschen dagegen sind ehrlicher. Sie reifen am Baum bis zur vollen Aromatik. Ihre Farbe wird tief, ihr Saft süß, der Duft intensiv. Für den Brand dürfen sie weich sein, fast schon zu reif für den Markt. Denn was wir suchen, ist nicht Haltbarkeit, sondern Ausdruck.

Und die Quitte? Sie wartet von allen am längsten. Erst wenn sie vollständig gelb ist und schon beim Pflücken intensiv duftet, beginnt sie, ihr ganzes Potenzial zu zeigen.

 

Warum wir von Hand ernten

Wer eine Frucht selbst pflückt, spürt sofort, ob sie bereit ist. Man merkt es an der Spannung der Schale, am Gewicht und an der Art, wie sie sich vom Ast löst. Diese Nähe kann keine Maschine ersetzen.

Handernte bedeutet auch, Entscheidungen zu treffen. Nicht jede Frucht kommt mit. Manche bleiben am Baum, andere werden aussortiert. Das kostet Zeit – aber es schafft Vertrauen in das, was später in der Maische landet.



Kurze Wege

Frische Frucht

Zwischen Ernte und Verarbeitung vergeht möglichst wenig Zeit. Denn Frucht beginnt sofort zu reagieren.

Die Frucht entscheidet

Jede unserer Sorten hat ihren eigenen Rhythmus und ihr eigenes Reifegefühl:

 

Birne: Köstliche von Charneux

Bei der Birne zählt die innere Ruhe. Die Schale ist noch fest, aber ein leichter Druck an der Schulter lässt sie behutsam nachgeben. Sie verströmt noch keinen süßen Duft wie beim Essen, sondern sendet ein fruchtiges, leicht würziges Signal. Eine Probe direkt am Baum zeigt eine dezente süße, aber klare Balance ohne grüne Härte.

Erst wenn sich all diese Zeichen vereinen, kommt diese Sorte von Birne in unsere Maische. Birnen, die sonst „perfekt“ wirken mögen, sind für uns oft noch nicht bereit für den Brand. Sie müssen zunächst ihr aromatisches Innenleben voll entfalten.

 

Apfel: alte Hochstammsorten

Beim Apfel spielt das Zusammenspiel aus Süße und Säure die Hauptrolle. Der ideale Apfel ist knackig, aber nicht hart. Er riecht fruchtig-säuerlich, mit klaren Apfelnoten, nicht zu flach und entfaltet eine angenehme Säure ohnr dominante Bitterkeit.

 

Kirsche: Hedelfinger Riesenkirsche

Kirschen erzählen uns ihre Reife laut und deutlich: Die Hedelfinger Riesenkirsche ist bekannt für ihren würzigen, gelegentlich leicht mandeligen Charakter. Für den Brand warten wir, bis sie wirklich voll ausgereift ist. So schwarz, süß und duftig, dass sie fast nach Sommer schmeckt.

 

Zwetsche – Deutsche Hauszwetsche

Die Deutsche Hauszwetsche ist robust und aromatisch. Sie zeigt ihre Reife durch würzigen, süßen Duft mit typischer Pflaumenwürze. Der Stein löst sich leicht vom Fruchtfleisch. Erntereif schmeckt sie Samtig süß mit angenehmer Würznote. Diese Sorte eignet sich besonders gut für langlebige Brände mit Tiefe. Sie bringt Charakter mit, der auch nach Jahren der Ruhe im Glas nicht verschwindet.

 

Quitte – Riesenquitte Vranja

Quitten sind anders. Sie riechen oft schon am Baum intensiv, obwohl sie im rohen Zustand sehr fest und säuerlich sind. Unser Ansatz ist hier: Bei der Ernte sind sie fest, aber mit einem Hauch von Nachgiebigkeit im Fruchtfleisch. Der Duft ist eindeutig aromatisch, würzig und blumig. Roh schmecken sie noch sehr sauer, doch das reichhaltige Aromenspektrum zeigt sich bereits. Wir ernten später als jede andere Sorte. Wir warten, bis die Quitte ihr ganzes Aromapotenzial aufgebaut hat – und das schmeckt man im fertigen Edelbrand.

 

Kurze Wege, klare Frucht

Nach der Ernte verlieren wir keine Zeit. Denn Frucht ist lebendig. Sie verändert sich. Sie baut ab. Je frischer sie verarbeitet wird, desto ruhiger verläuft später die Gärung. Und desto klarer bleibt das Aromabild. Gerade bei sortenreinen Edelbränden ist das entscheidend. Was nicht in der Frucht ist, kommt auch nicht ins Glas.

 

Was diesen Weg besonders macht

Unser Obst wächst auf Bioland-zertifizierten Streuobstwiesen, wo alte Sorten klimafreundlich und schonend reifen. Diese Vielfalt gibt jedem Brand seine unverwechselbare Charakteristik – weil das Obst nicht nur „Obst“ ist, sondern ein individuelles, lebendiges Produkt seiner Umgebung. Kein Produkt ist wie das andere, weil kein Baum wie der andere ist und kein Jahrgang wie der vorige.

 

Das zeigt sich auch im Glas

Mit der sorgfältigen Gärung, der fein selektierten Destillation und einer behutsamen Reife im Glasballon oder Holzfass entsteht ein Edelbrand, der klar, ruhig und tief ist. So wie wir es lieben. Und vielleicht spürt man es schon beim ersten Duft im Glas.
 

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